Wege in den erotischen Gruppendialog Teil 1

Die folgende Übung kann dir helfen:

  • mit einfachen Mitteln in eine erotische Gruppensituation zu gleiten
  • eine vorsichtige „Kennlernübung“ für alle Beteiligten zu gestalten
  • herauszufinden wie weit jeder mitgehen kann
  • erotische Spannung und Vorfreude aufzubauen
  • erotische Blockaden und Ängste abzubauen

Sowohl im Einzelcoaching als auch in meinen Workshops tauchen immer wieder Fragen im Hinblick auf die erotische Gruppensituation auf. Das sind Aussagen wie:

  • „Meine Freundin möchte gerne mit mir und einem zweiten Mann eine Erfahrung machen.“
  • „Ich möchte gerne mit meiner Freundin und einer zweiten Frau ins Bett.“
  • „Mein Freund würde mich gerne mal mit einem anderen Mann erleben.“
  • „Ich würde gerne meinem Freund mit einem anderen Mann zuschauen.“

In diesen Situationen kommt es zwischen Männern und Frauen zu möglichen homoerotischen Kontakten. Bei einer heterosexuellen Ausrichtung kann es schnell zu unerwünschten homophoben Reaktionen kommen. Das können Berührungsängste genauso sein wie Konkurrenzverhalten, Unsicherheit vor Ablehnung und/oder Verlust.

 

Manche Menschen bringen für solche Begegnungen wenig oder keine Erfahrung mit und kommen nicht gleich drauf, wie sie mit der erotischen Gruppenbegegnung beginnen sollen.

 

Manche von uns nehmen auch deutlich ihre aufwallenden dekonstruktiven Gefühle wie Blockaden oder andere Ängste wahr.

 

In vielen Fällen haben alle oder einige der Beteiligten negative Erfahrungen gemacht und nach wenigen solcher Begegnungen entschieden: „Das ist nichts für mich.“.

 

Als Hintergrundwissen könnte es für dich interessant sein über folgende Auffälligkeit nachzudenken: Männer mit heterosexueller Stilbildung sind tendenziell homophober als Frauen mit der gleichen Ausrichtung. Homosexuelle Männer und Frauen können heterophobe Unsicherheiten haben.

 

Wenn du Lust hast diese Art von Blockaden aufzulösen, kann dir die folgende Übung helfen.

Vertrauen bilden

Für die folgende Übung stell dir einen Mann vor (ich nenne ihn Klaus), der zusammen mit seiner Freundin (Paula) eine erotische Situation mit einem weiteren Mann (Fred) erleben will. In seinem Selbstbild ist Klaus heterosexuell orientiert und hat grundsätzlich Lust sich auf eine solche Situation einzulassen. Jetzt geht es darum sich langsam auf Fred einzustellen und herauszufinden wie weit er sich auf diese Situation einlassen kann.

Klaus stellt sich angezogen hin und Fred stellt sich in einem Abstand von etwa einer Armeslänge vor ihn. Sie schauen sich in die Augen und bleiben erst einmal so stehen.

Paula stellt sich jetzt hinter Klaus und legt ihm die Hände auf Höhe der Schulterblätter auf den Rücken. Ganz in Ruhe beginnen jetzt alle gemeinsam zu atmen.

 

Paula > Klaus < > Fred

 

Das kann ein paar Minuten dauern, oder auch länger dauern. Irgendwann entscheidet Klaus sich die Hände von Fred mit seinen zu halten. Sobald er das getan hat, beginnt Paula den Rücken von Klaus sanft zu streicheln.

 

In dieser Ausgangsposition können sich alle erst einmal wieder Zeit lassen und in Ruhe miteinander atmen. Jeder kann für sich wahrnehmen wie es ihm geht.

 

Paula kann jetzt das Streicheln intensivieren und über Rücken und Schultern, unter den Armen von Klaus hindurch seine Brust sowie seinen Bauch streicheln und massieren. Dabei schauen sich Klaus und Fred weiter an. Klaus hält Augenkontakt mit Fred, während Paula sich um Kopf, Hals und Nacken von Klaus kümmert.

 

Irgendwann entscheidet Klaus wann es an der Zeit ist die Positionen zu wechseln.

Wechselvariante 1

Paula und Fred tauschen die Positionen und Klaus bleibt stehen. Klaus nimmt die Hände von Paula und Fred beginnt Klaus über den Rücken zu streicheln. Dabei beobachtet Fred, ob Klaus sich entspannt auf die Situation einlassen kann. Mit der Zeit kann Fred anfangen Klaus an Kopf, Nacken, Brust und Bauch zu massieren.

 

Fred > Klaus < > Paula

Wechselvariante 2

Klaus und Fred tauschen die Positionen. Paula legt Fred die Hände auf den Rücken und Klaus hält Freds Hände. Alle beginnen gemeinsam zu atmen und Klaus beginnt zu beobachten, wie Fred reagiert wenn Paula beginnt ihn zu streicheln und zu massieren.

 

Klaus > Fred < > Paula

Wechselvariante 3

Fred tauscht mit Paula die Plätze und Klaus legt ihr seine Hände auf den Rücken. Fred hält die Hände von Paula, während Klaus beginnt Paula zu streicheln. Dabei schaut Klaus immer mal wieder zu Fred um zu sehen wie er reagiert und achtet auch auf Paulas Reaktionen.

 

Klaus > Paula < > Fred


Bei diesem Setting kann es besonders schön und spannend sein zu beobachten, wie alle Beteiligten synchron zu atmen beginnen.

Der Weg zur Haut

Was nun folgt ist entweder für Menschen die sich leicht tun mit dem Berühren von Männern und Frauen, oder der gleitende Übergang von Teil eins (angezogen) in Teil 2 „Hautkontakt“.

Ausgangposition ist wieder Klaus in der Mitte, die Hände von Fred haltend und die Hände von Paula auf dem Rücken. Nach einer Weile des gemeinsamen Atmens lösen sich alle Beteiligten für einen Moment von einander, bleiben aber auf ihren Plätzen stehen.

 

Paula > Klaus < > Fred

 

Von hier aus gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten langsam und achtsam weiterzumachen.

Variation 1

Klaus gibt ein Zeichen und alle ziehen sich langsam oben rum aus.

 

Variation 2

Klaus lässt sich von Paula oder Fred oben rum ausziehen.

 

Variation 3

Paula, Klaus und Fred haben eigene Ideen wer wen oben rum auszieht ;-)

 

Oben rum von Kleidung befreit, können alle Beteiligten jetzt wieder die im ersten Teil von mir beschriebenen Varianten ausprobieren.

Erweiterungen und unterstützende Reizgeber

Im zweiten Schritt können alle Beteiligten beginnen zu experimentieren. So kann zum Beispiel statt mit den Händen mit weichen Tüchern gestreichelt werden.

Auch Massagehandschuhe, trockene Waschlappen, Saunabürsten und dergleichen können erotische Spannungen erzeugen.

 

Einen besonders interessanten Effekt können Latexhandschuhe erzeugen. Diese nehmen schnell die Temperatur der Hände an, die wiederum wärmer werden, wenn die Handschuhe eine Weile die Haut umspannen. Wenn es jetzt zu Streicheleinheiten oder sanften Massagen kommt, nimmt das Unterbewusstsein zunächst noch keinen direkten Hautkontakt war. Es bleibt eine kleine „Schutzschicht“, die je nach Raumtemperatur mal kühler mal wärmer wahrgenommen wird. Auch weiche Lederhandschuhe und dergleichen können auf dem Weg zum direkten Hautkontakt vermitteln.

 

Darüber hinaus kann jetzt warmes Massageöl, Olivenöl oder vorgewärmtes Gleitmittel (wasserlöslich) Lust auf mehr machen.

Aufmerksamkeit

Insbesondere dann, wenn Männer und Frauen sich zum ersten Mal in einen erotischen Gruppendialog begeben, empfehle ich ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit, Ruhe und Sensibilität. Es wäre an dieser Stelle schade, wenn ihr zu schnell seid und die ersten Referenzerlebnisse Unsicherheit und Irritation erzeugen.

 

Lasst euch gegebenenfalls alle Zeit der Welt, trefft euch lieber zu einer zweiten Begegnung und entwickelt euch von dort aus weiter.


In Teil 2 wird es um die „Booster“ Variante und den „Harmonie Override“ gehen.

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